Computervirus
Was ist Computervirus?
ComputervirusSchadcode, der Kopien von sich in andere Programme oder Dateien einfügt und mit dem Start des Wirts ausgeführt wird.
Ein Computervirus ist Schadsoftware, die sich verbreitet, indem sie ihren Code an legitime ausführbare Dateien, Dokumente oder Bootsektoren anhängt. Im Gegensatz zu einem Wurm benötigt sie eine Benutzeraktion — Öffnen eines Dokuments, Ausführen eines Programms oder Booten von einem infizierten Medium —, um sich weiter auszubreiten. Einmal aktiv kann ein Virus Daten beschädigen, weitere Nutzlasten installieren, Informationen abfließen lassen oder Ressourcen verbrauchen.
Wie die Infektion abläuft
Ein Dateivirus verändert das Wirtsprogramm so, dass der Ausführungsfluss vor dem ursprünglichen Einsprungpunkt durch den Viruscode geleitet wird. Übliche Techniken sind das Anhängen der Nutzlast ans Dateiende bei Neuschreiben des Einsprungpunkts, das Voranstellen am Anfang sowie die Hohlrauminfektion, die Code in ungenutztem Füllbereich der Datei versteckt. Speicherresidente Viren verbleiben im Arbeitsspeicher und infizieren Dateien beim Öffnen, während polymorphe und metamorphe Engines die Nutzlast in jeder Generation mutieren oder neu verschlüsseln, um statische Signaturen auszuhebeln — was Antiviren-Hersteller zu heuristischer und verhaltensbasierter Erkennung drängt.
Reale Vorfälle
Der Brain-Virus (Januar 1986), geschrieben von zwei Brüdern aus Pakistan, gilt als erster PC-Virus; er überschrieb den Disketten-Bootsektor auf IBM-kompatiblen Rechnern. Melissa (1999) war der erste weit verbreitete Word-Makrovirus: Er verschickte sich an die ersten 50 Outlook-Kontakte und verursachte rund 80 Millionen US-Dollar Schaden. Es folgten ILOVEYOU (2000) und CIH/Tschernobyl, wobei letzterer den BIOS-Flash überschreiben konnte.
Abwehrmaßnahmen
Moderne Kontrollen umfassen aktuelle Antimalware mit Verhaltensanalyse, das standardmäßige Deaktivieren unsignierter Office-Makros (Microsoft blockiert Makros in Dateien mit Mark-of-the-Web), Application Allow-Listing, Konten mit minimalen Rechten und zeitnahes Patchen.
flowchart TD
A[Nutzer öffnet infizierte Datei<br/>oder startet Programm] --> B[Viruscode läuft vor dem<br/>Einsprungpunkt des Wirts]
B --> C{Nach nicht infizierten<br/>Wirten suchen}
C -->|Wirt gefunden| D[Kopie anhängen / einschleusen<br/>anhängen, voranstellen, Hohlraum]
D --> E[Nutzlast mutieren<br/>polymorphe Engine]
E --> C
C -->|Auslösebedingung erfüllt| F[Nutzlast ausführen<br/>Daten zerstören / Malware ablegen]
B --> G[Steuerung an Wirt zurückgeben<br/>Programm läuft normal]● Beispiele
- 01
ILOVEYOU (2000), per E-Mail verbreiteter VBScript-Virus.
- 02
CIH/Tschernobyl, das Firmware und Festplattendaten zerstörte.
● Häufige Fragen
Was ist Computervirus?
Schadcode, der Kopien von sich in andere Programme oder Dateien einfügt und mit dem Start des Wirts ausgeführt wird. Es gehört zur Kategorie Schadsoftware der Cybersicherheit.
Was bedeutet Computervirus?
Schadcode, der Kopien von sich in andere Programme oder Dateien einfügt und mit dem Start des Wirts ausgeführt wird.
Wie schützt man sich gegen Computervirus?
Schutzmaßnahmen gegen Computervirus kombinieren typischerweise technische Kontrollen und operative Praktiken, wie in der Definition oben beschrieben.
Welche anderen Bezeichnungen gibt es für Computervirus?
Übliche alternative Bezeichnungen: Virus, Dateivirus.