CyberGlossary

Schadsoftware

Bootsektor-Virus

Auch bekannt als: MBR-Virus, VBR-Virus

Definition

Ein Virus, der den Bootsektor oder Master Boot Record eines Datenträgers infiziert, um vor dem Laden des Betriebssystems ausgeführt zu werden.

Ein Bootsektor-Virus ersetzt oder verändert den Code im Master Boot Record (MBR), Volume Boot Record (VBR) oder in der Partitionstabelle. Da dieser Code beim Start ausgeführt wird, übernimmt das Virus die Kontrolle vor dem OS, kann I/O abfangen, sich verbergen und weitere Payloads laden. Historisch verbreitete sich solche Schadsoftware über infizierte Disketten und später USB-Sticks. Moderne Äquivalente heißen Bootkits und greifen MBR/VBR oder UEFI-Boot-Stufen an. Schutzmaßnahmen sind Secure Boot, UEFI mit Measured Boot, Schreibschutz für Bootmedien, Deaktivierung von Autorun für Wechselmedien, Full-Disk-Encryption mit Boot-Integritätsprüfung und Integritätskontrolle der Boot-Komponenten.

Beispiele

  • Stoned und Michelangelo, klassische MBR-Viren, verbreitet über Disketten.
  • Petyas MBR-Überschreibkomponente, die das Booten von Windows verhinderte.

Verwandte Begriffe