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Vol. 1 · Ed. 2026
CyberGlossary
Entry № 135

Bootkit

Geprüft vonCybersecurity entrepreneur & security researcher

Was ist Bootkit?

BootkitSchadsoftware, die den Startvorgang infiziert — MBR, VBR oder UEFI — um sich vor dem Betriebssystem zu laden und dauerhafte, privilegierte Kontrolle zu erlangen.


Ein Bootkit ist ein spezialisiertes Rootkit, das frühe Boot-Komponenten kompromittiert — den Master Boot Record (MBR), den Volume Boot Record (VBR) oder die UEFI-Firmware — sodass es vor dem Betriebssystem und seinen Sicherheitswerkzeugen ausgeführt wird. Von dieser Position aus kann es Schutzmechanismen deaktivieren, den Kernel hooken und Neuinstallationen des Betriebssystems überleben. Klassische MBR-Bootkits (TDL4/Alureon, Rovnix, Petyas festplattenverschlüsselnder Loader) wichen Implantaten der UEFI-Ära, die auf NVRAM-Variablen und die EFI-Systempartition abzielen.

Wo ein Bootkit in der Boot-Kette sitzt

flowchart LR
  A[Einschalten] --> B[UEFI-Firmware<br/>SPI flash]
  B --> C[Secure Boot<br/>prüft Signaturen]
  C --> D[Boot-Manager<br/>bootmgfw.efi]
  D --> E[OS-Loader / Kernel]
  B -. Firmware-Implant<br/>MoonBounce/LoJax .-> B
  C -. Exploit CVE-2022-21894<br/>Secure Boot umgehen .-> D
  D -. bösartige .efi auf<br/>EFI System Partition .-> D
  E --> F[OS + Sicherheitswerkzeuge<br/>laden zuletzt, bereits unterwandert]

Bekannte Beispiele

LoJax (ESET, 2018) war das erste in freier Wildbahn beobachtete UEFI-Firmware-Rootkit, zugeschrieben Sednit/APT28. MoonBounce (2022) versteckte sich im SPI flash. BlackLotus (2023) wurde das erste Bootkit, das UEFI Secure Boot auf vollständig gepatchtem Windows 11 aushebelte: Es bringt eigene anfällige, aber signierte Boot-Binärdateien mit, um CVE-2022-21894 ("Baton Drop") auszunutzen, und deaktiviert anschließend HVCI, BitLocker und Defender. Da die anfälligen Binärdateien gültig signiert blieben, erforderte Microsofts Behebung eine Sperrung — eine Code-Integritätsrichtlinie in den Updates vom Mai 2023 plus DBX-Ergänzungen (und später Leitlinien in KB5025885), die bei unvorsichtiger Anwendung Dual-Boot-Medien unbrauchbar machen konnten.

Erkennung und Gegenmaßnahmen

Aktivieren Sie UEFI Secure Boot mit aktuellen DBX-Sperrlisten, vergeben Sie Firmware-/BIOS-Passwörter, deaktivieren Sie das Legacy-CSM und nutzen Sie TPM-gestütztes Measured Boot mit Remote-Attestation. Die Erkennung erfordert in der Regel eine Offline-Forensik-Abbildung des SPI flash und der ESP, da einem laufenden, bereits unterwanderten Betriebssystem nicht zugetraut werden kann, seine eigene Boot-Kette zuverlässig zu melden.

Beispiele

  1. 01

    BlackLotus, ein UEFI-Bootkit, das Secure Boot auf gepatchten Systemen umgehen kann.

  2. 02

    MoonBounce, ein UEFI-Firmware-Implant auf APT-Niveau.

Häufige Fragen

Was ist Bootkit?

Schadsoftware, die den Startvorgang infiziert — MBR, VBR oder UEFI — um sich vor dem Betriebssystem zu laden und dauerhafte, privilegierte Kontrolle zu erlangen. Es gehört zur Kategorie Schadsoftware der Cybersicherheit.

Was bedeutet Bootkit?

Schadsoftware, die den Startvorgang infiziert — MBR, VBR oder UEFI — um sich vor dem Betriebssystem zu laden und dauerhafte, privilegierte Kontrolle zu erlangen.

Wie schützt man sich gegen Bootkit?

Schutzmaßnahmen gegen Bootkit kombinieren typischerweise technische Kontrollen und operative Praktiken, wie in der Definition oben beschrieben.

Welche anderen Bezeichnungen gibt es für Bootkit?

Übliche alternative Bezeichnungen: Boot-Rootkit, MBR-Rootkit.

Verwandte Begriffe

Siehe auch