CyberGlossary

Schwachstellen

Seitenkanalangriff

Auch bekannt als: Seitenkanal

Definition

Angriff, der Geheimnisse aus einem System gewinnt, indem er physikalische oder implementierungsbedingte Merkmale beobachtet – Zeit, Strom, elektromagnetische Emissionen, Caches, Akustik – statt logische Fehler auszunutzen.

Seitenkanalangriffe nutzen Informationen, die über indirekte Kanäle abfließen, während ein System eine legitime Operation ausführt: wie lange ein Vorgang dauert, wie viel Strom er zieht, welche Cache-Lines er verdrängt, welches Funkrauschen er erzeugt oder sogar das Geräusch seiner Komponenten. Klassiker: Zeitangriffe auf kryptografische Vergleiche, Differential Power Analysis (DPA) bei Smartcards, elektromagnetische Emanationen (TEMPEST) sowie microarchitektonische Angriffe wie Spectre und Meltdown. Verteidigung kombiniert konstante Laufzeiten, Masking/Blinding, isolierte Ausführungsdomänen, Hardware-Mitigationen (Abschirmung, randomisiertes Scheduling, partitionierte Caches) und Architekturänderungen wie Intel CET oder AMD SEV. Threat Modeling muss Nähe, Ausrüstung und Wert berücksichtigen.

Beispiele

  • Zeitunterschiede beim MAC-Vergleich verraten Schlüsselbits.
  • Rowhammer, Spectre, Meltdown – microarchitektonische Seitenkanäle.

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