CyberGlossary

Schwachstellen

Meltdown

Auch bekannt als: Rogue Data Cache Load

Definition

Microarchitektonische Schwachstelle (CVE-2017-5754), die unprivilegiertem Code das Lesen von Kernel-Speicher erlaubt, indem Out-of-Order-Ausführung und eine verzögerte Rechteprüfung ausgenutzt werden.

Gemeinsam mit Spectre im Januar 2018 offengelegt, betraf Meltdown die meisten Intel- und einige ARM-CPUs. Der Fehler: Ein Load-Befehl, der Seitenrechte verletzt, gibt seinen Wert dennoch an transiente Operationen weiter, bevor der Fault gemeldet wird; abhängige Loads hinterlassen Cache-Spuren, die das geschützte Byte preisgeben. Ein User-Prozess konnte so den gesamten Kernel-Adressraum mit Megabyte/s auslesen. Die Hauptmitigation kam mit Kernel Page-Table Isolation (KPTI/KAISER) auf OS-Ebene, ergänzt um Microcode-Updates und Silizium-Redesigns späterer CPUs. Heute weitgehend behoben durch moderne Hardware und gepatchte Kernel, hat Meltdown gezeigt, wie unsichtbare architektonische Annahmen katastrophale Sicherheitsfehler erzeugen können.

Beispiele

  • PoC, das /etc/shadow aus einem unprivilegierten Prozess auf einer anfälligen Intel-CPU druckt.
  • Cloud-KPTI-Rollout Anfang 2018 zur Eindämmung tenant-übergreifender Kernel-Reads.

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