CyberGlossary

Schwachstellen

Fault-Injection

Auch bekannt als: Glitch-Angriff, Fehlerangriff

Definition

Eine Klasse physischer oder logischer Angriffe, die in Hard- oder Software gezielt Fehlerzustände erzeugen, um Sicherheitsprüfungen zu umgehen oder Geheimnisse abzugreifen.

Bei Fault-Injection wird der reguläre Betrieb eines Systems gezielt gestört — durch Spannungsstöße, elektromagnetische Impulse, Laser auf dem Chip, Taktmanipulation oder fehlerhafte Eingaben — um ausnutzbares Fehlverhalten zu provozieren. Typische Ziele sind das Überspringen von Authentifizierungsprüfungen, das Verfälschen kryptographischer Berechnungen zur Schlüsselextraktion (Differential Fault Analysis) oder das Umgehen von Secure Boot. Betroffen sind sowohl Embedded-Geräte (Smartcards, TPMs, Fahrzeugsteuergeräte) als auch hochwertige Software. Gegenmaßnahmen sind redundante Berechnungen, Fehlerdetektoren, randomisierte Ausführung, ECC-Speicher, Abschirmung von Sicherheitselementen sowie defensive Programmierung mit Doppelprüfungen.

Beispiele

  • Spannungs-Glitch auf einer Smartcard, der die PIN-Prüfung überspringt.
  • Differential Fault Analysis gegen AES, um den Schlüssel aus einem verfälschten Chiffrat zu rekonstruieren.

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