CyberGlossary

Angriffe und Bedrohungen

Smurf-Angriff

Definition

Historischer Amplifikations-DDoS, der ICMP-Echo-Requests an die Broadcast-Adresse eines Netzes mit gespoofter Opfer-IP sendet, sodass jeder Host darauf dem Opfer antwortet.

Bei einem Smurf-Angriff sendet der Angreifer ICMP-Echo-Requests (Pings) an die gerichtete Broadcast-Adresse eines oder mehrerer Netze und spooft als Quelle die IP des Opfers. Sämtliche Hosts dieser Netze senden anschließend ihre Echo-Antworten an das Opfer; ein kleiner Angriffsstrom wird so um die Anzahl der Antwortenden vervielfacht. Smurf war in den Internettopologien der 1990er sehr wirksam, als Directed Broadcasts breit aktiviert waren. Die Abwehr ist einfach, musste aber branchenweit ausgerollt werden: IP-Directed-Broadcast abschalten (no ip directed-broadcast bei Cisco, RFC-2644-Default), Ingress-Quelladressfilter (BCP 38), ICMP-Rate-Limiting am Edge. Mit heutigen Defaults ist Smurf weitgehend Geschichte; konzeptionell ähnliche Broadcast-/Multicast-Missbräuche tauchen jedoch weiterhin auf.

Beispiele

  • Ein Angreifer spooft die Opfer-IP und pingt die Broadcast-Adressen vieler entfernter /24-Netze; jedes Netz vervielfacht den Angriff.
  • Ein Penetrationstest deckt einen internen Router auf, der Directed Broadcasts noch erlaubt — interne Smurf-artige Floods werden so möglich.

Verwandte Begriffe