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Vol. 1 · Ed. 2026
CyberGlossary
Entry № 529

Heartbleed (CVE-2014-0160)

Geprüft vonCybersecurity entrepreneur & security researcher

Was ist Heartbleed (CVE-2014-0160)?

Heartbleed (CVE-2014-0160)Ein Buffer-Over-Read von 2014 in der TLS-Heartbeat-Erweiterung von OpenSSL, durch den Angreifer pro Request bis zu 64 KB Prozessspeicher auslesen und so Schlüssel, Sessions und Passwörter abgreifen konnten.


Im April 2014 offengelegt und unabhängig voneinander von Neel Mehta (Google) und der finnischen Firma Codenomicon entdeckt, ist Heartbleed (CVE-2014-0160) eine fehlende Grenzwertprüfung in OpenSSL 1.0.1 bis 1.0.1f in der TLS/DTLS-Heartbeat-Erweiterung (RFC 6520). Ein Heartbeat-Request enthält eine Payload sowie ein Längenfeld; der verwundbare Code vertraute der vom Angreifer angegebenen Länge, ohne sie gegen die tatsächliche Payload zu prüfen, sodass der Server mit memcpy bis zu 64 KB benachbarten Heap-Speicher in die Antwort kopierte. Jeder Request gab eine frische Speicherscheibe preis — unbemerkt, ohne Authentifizierung und ohne einen Logeintrag beim Opfer zu hinterlassen.

Der offengelegte Speicher enthielt häufig private RSA-Schlüssel, Session-Cookies, Benutzernamen, Passwörter und entschlüsselte Nachrichteninhalte. Reale Vorfälle folgten schnell: Die kanadische Steuerbehörde (Canada Revenue Agency) verlor rund 900 Sozialversicherungsnummern von Steuerzahlern, und der Datenabfluss bei Community Health Systems legte über ein verwundbares Juniper-VPN-Gerät etwa 4,5 Millionen Patientendatensätze offen. Da Perfect Forward Secrecy 2014 noch selten war, ermöglichte ein gestohlener privater Schlüssel das Entschlüsseln zuvor aufgezeichneten Datenverkehrs. Der Fix erschien am Folgetag in OpenSSL 1.0.1g, das die Länge prüft. Eine korrekte Behebung bedeutete außerdem, jedes Zertifikat und jeden Schlüssel auszutauschen und alle Sessions zu invalidieren, da die Exfiltration nicht nachweisbar war.

flowchart TD
  A[Angreifer] -->|"Heartbeat: 1-Byte-Payload, gibt 64 KB an"| B[OpenSSL 1.0.1-1.0.1f]
  B --> C{Länge gegen Payload<br/>geprüft?}
  C -->|"Nein (verwundbar)"| D["memcpy liest 64 KB<br/>benachbarten Heap-Speicher"]
  D --> E[Antwort verrät RSA-Schlüssel,<br/>Session-Cookies, Passwörter]
  E --> A
  C -->|"Ja (1.0.1g+)"| F[Antwort enthält nur<br/>die echte Payload]

Beispiele

  1. 01

    Angreifer extrahieren den privaten TLS-Schlüssel eines beliebten SaaS-Anbieters, um aufgezeichneten Datenverkehr zu entschlüsseln.

  2. 02

    Massenhaftes Abgreifen von Session-Cookies authentifizierter Nutzer verwundbarer Server.

Häufige Fragen

Was ist Heartbleed (CVE-2014-0160)?

Ein Buffer-Over-Read von 2014 in der TLS-Heartbeat-Erweiterung von OpenSSL, durch den Angreifer pro Request bis zu 64 KB Prozessspeicher auslesen und so Schlüssel, Sessions und Passwörter abgreifen konnten. Es gehört zur Kategorie Schwachstellen der Cybersicherheit.

Was bedeutet Heartbleed (CVE-2014-0160)?

Ein Buffer-Over-Read von 2014 in der TLS-Heartbeat-Erweiterung von OpenSSL, durch den Angreifer pro Request bis zu 64 KB Prozessspeicher auslesen und so Schlüssel, Sessions und Passwörter abgreifen konnten.

Wie schützt man sich gegen Heartbleed (CVE-2014-0160)?

Schutzmaßnahmen gegen Heartbleed (CVE-2014-0160) kombinieren typischerweise technische Kontrollen und operative Praktiken, wie in der Definition oben beschrieben.

Welche anderen Bezeichnungen gibt es für Heartbleed (CVE-2014-0160)?

Übliche alternative Bezeichnungen: CVE-2014-0160, OpenSSL-Heartbeat-Bug.

Verwandte Begriffe