CyberGlossary

Angriffe und Bedrohungen

Session Hijacking

Auch bekannt als: Sitzungsübernahme

Definition

Angriff, der die authentifizierte Sitzung eines Opfers übernimmt, indem die Session-ID gestohlen oder gefälscht wird, sodass der Angreifer ohne Zugangsdaten als Nutzer agieren kann.

Session Hijacking zielt auf das Token, das eine authentifizierte Sitzung aufrechterhält — meist ein Cookie oder Bearer-Token — und nutzt es von einem angreiferkontrollierten Client erneut. Tokens lassen sich per Sniffing auf unverschlüsselten Strecken, XSS-Exfiltration, Client-Malware, vorhersagbaren Session-IDs, Session Fixation oder Drittparteien-Lecks erbeuten. Sobald die Sitzung wieder eingespielt wird, umgeht der Angreifer die Authentisierung — inklusive bereits abgeschlossener MFA. Abwehr: HTTPS überall mit HSTS, sichere Cookie-Flags (Secure, HttpOnly, SameSite), starke CSP gegen XSS, kurzlebige rotierte Tokens, gerätegebundene Tokens (DPoP, Token Binding, Passkeys), risikobasierte Reauthentisierung und Anomalieerkennung (IP, Geräte-Fingerprint, ASN).

Beispiele

  • Ein XSS-Payload exfiltriert das Session-Cookie eines angemeldeten Nutzers; der Angreifer setzt es im eigenen Browser und gibt sich als Opfer aus.
  • Malware auf einer Workstation stiehlt ein OAuth-Refresh-Token und sichert dauerhaften Zugriff auf eine SaaS-Anwendung.

Verwandte Begriffe