CyberGlossary

Angriffe und Bedrohungen

Man-in-the-Middle-Angriff

Auch bekannt als: MitM-Angriff, On-Path-Angriff

Definition

Angriff, bei dem ein Angreifer Kommunikation zwischen zwei Parteien heimlich weiterleitet oder verändert, während beide glauben, direkt miteinander zu sprechen.

Bei einem Man-in-the-Middle-Angriff (MitM) befindet sich der Angreifer auf dem Netzpfad zwischen zwei Endpunkten und kann Nachrichten unbemerkt abfangen, einsehen, verändern oder einschleusen. Übliche Positionen werden über ARP-Spoofing im LAN, Rogue-WLAN-Access-Points, BGP- oder DNS-Hijacking, bösartige Proxys oder kompromittierte TLS-Inspection-Geräte erreicht. Ziele sind unter anderem Diebstahl von Zugangsdaten, Session Hijacking, Manipulation von Transaktionen und Downgrade-Angriffe gegen schwache Verschlüsselung. Abwehrmaßnahmen sind starke, authentifizierte Verschlüsselung (TLS mit gültigen Zertifikaten, mTLS), HSTS, Certificate Pinning, DNSSEC, verschlüsseltes DNS, sicheres WLAN (WPA3, 802.1X) und Protokoll-Hardening (Abschaltung alter SSL/TLS-Versionen).

Beispiele

  • Im offenen Café-WLAN fängt ein Angreifer unverschlüsselten HTTP-Verkehr ab und ersetzt eine Software-Update-URL durch ein bösartiges Binary.
  • Ein BGP-Hijack leitet das Präfix eines Zahlungsdienstes über einen Angreifer-ISP, der TLS-Interception durchführt.

Verwandte Begriffe