CyberGlossary

Identität und Zugriff

Prinzip der geringsten Rechte

Auch bekannt als: Least Privilege, Need-to-know-Prinzip

Definition

Sicherheitsprinzip, das jedem Nutzer, Prozess oder Dienst nur jene Rechte gewährt, die er zwingend für seine Aufgabe benötigt — nicht mehr.

Das Prinzip der geringsten Rechte (Principle of Least Privilege, PoLP) wurde 1975 von Saltzer und Schroeder formuliert: Jedes Subjekt soll mit dem kleinstmöglichen Berechtigungsumfang arbeiten, der für seine Aufgabe nötig ist. Konsequent angewandt begrenzt es den "Blast Radius": Ein kompromittiertes Konto, ein Container oder Dienst kann nur den engen Bereich beschädigen, auf den er Zugriff hatte. PoLP prägt IAM-Design (granulare Rollen, Scope-Tokens), System-Hardening (Linux Capabilities reduzieren, kein Root), Software-Architektur (Privilege Separation, Sandboxing) und Zero-Trust-Strategien. Umgesetzt wird es über RBAC/ABAC, zeitlich begrenzte JIT-Elevation, regelmäßige Access Reviews und das Entfernen ungenutzter Rechte über Entitlement Analytics.

Beispiele

  • Ein Microservice nutzt eine Datenbankrolle, die nur die nötigen Zeilen lesen darf, nicht das ganze Schema.
  • Ein Entwickler beantragt zeitlich begrenzte Adminrechte per JIT, statt sie dauerhaft zu besitzen.

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