CyberGlossary

Kryptografie

Homomorphe Verschlüsselung

Auch bekannt als: FHE, Voll homomorphe Verschlüsselung

Definition

Verschlüsselungsverfahren, das Berechnungen direkt auf Chiffretexten erlaubt und verschlüsselte Ergebnisse liefert, die den Operationen auf den Klartexten entsprechen.

Homomorphe Verschlüsselung (Homomorphic Encryption, HE) ist eine Form der Public-Key-Kryptografie, die arithmetische Operationen auf Chiffretexten ohne Entschlüsselung erlaubt: Das entschlüsselte Ergebnis entspricht der gleichen Operation auf den Klartexten. Partiell homomorphe Verfahren (RSA, ElGamal, Paillier) unterstützen nur eine Operation, „somewhat homomorphic" begrenzte Operationstiefen und die voll homomorphe Verschlüsselung (FHE) — von Gentry 2009 begründet und heute in BFV, BGV, CKKS und TFHE auf Basis von Ring-LWE implementiert — beliebige Tiefen mittels Bootstrapping. HE ermöglicht datenschutzwahrendes Cloud-Computing, private ML-Inferenz, Abfragen auf verschlüsselten Datenbanken und sichere Mehrparteienberechnung, ist aber um mehrere Größenordnungen langsamer und speicherintensiver als Klartextberechnung; laufende Forschung und Standardisierung (HomomorphicEncryption.org, ISO/IEC) senken die Kosten.

Beispiele

  • Microsoft SEAL implementiert BFV und CKKS für verschlüsselte Analysen auf Cloud-Daten.
  • Zamas TFHE-rs wertet ML-Modelle direkt auf verschlüsselten Eingaben aus.

Verwandte Begriffe