CyberGlossary

Kryptografie

Sitzungsschlüssel

Auch bekannt als: Ephemerer Schlüssel, Pro-Sitzung-Schlüssel

Definition

Kurzlebiger symmetrischer Schlüssel, der eine einzelne Kommunikationssitzung schützt und danach verworfen wird.

Ein Sitzungsschlüssel ist ein symmetrischer Schlüssel — meist AES-128/256 oder ChaCha20 — der Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität für die Daten einer einzelnen Sitzung bereitstellt und am Sitzungsende vernichtet wird. Üblicherweise wird er per KDF (z. B. HKDF) aus einem länger lebenden geteilten Geheimnis oder einem Schlüsselaustauschergebnis abgeleitet, sodass ein einziger Handshake (TLS, SSH, WireGuard, IPsec, Signal) für jede Richtung und jeden Zweck (Verschlüsselung, MAC, Schlüsselaktualisierung) eigene Schlüssel erzeugt. Die kurze Lebensdauer und der ephemere Charakter begrenzen den Schaden bei Kompromittierung, und in Kombination mit ephemerem Diffie-Hellman wird Perfect Forward Secrecy für vergangenen Verkehr erzielt.

Beispiele

  • TLS 1.3 leitet mit HKDF die Sitzungsschlüssel client_application_traffic_secret und server_application_traffic_secret ab.
  • Signal erzeugt mittels Double-Ratchet-Algorithmus für jede Nachricht einen neuen AES-256-Schlüssel.

Verwandte Begriffe