CyberGlossary

Angriffe und Bedrohungen

Pretexting

Auch bekannt als: Identitätsvortäuschung

Definition

Social-Engineering-Technik, bei der ein Angreifer ein glaubhaftes Szenario oder eine Identität erfindet, um ein Ziel zur Preisgabe von Informationen oder zu einer Handlung zu bewegen.

Pretexting ist die Grundlage vieler Social-Engineering-Angriffe. Der Angreifer recherchiert das Opfer und entwirft eine glaubwürdige Geschichte — als Auditor, IT-Techniker, Recruiter, Kurier oder Führungskraft —, die seine Anfrage rechtfertigt. Im Gegensatz zu opportunistischem Phishing ist Pretexting häufig zielgerichtet und nutzt echte Namen, internen Jargon und Orgschart-Wissen aus LinkedIn, Leaks oder OSINT. Der Vorwand senkt die Wachsamkeit und legitimiert ungewöhnliche Anliegen wie Passwort-Resets, Überweisungen oder Gebäudezutritt. Schutzmaßnahmen sind Rückruf-Verifikation über vertrauenswürdige Kontaktlisten, Vier-Augen-Prinzip bei kritischen Aktionen, Awareness-Training und die Reduktion öffentlich verfügbarer Organisationsinformationen.

Beispiele

  • Ein angeblicher Mitarbeiter des "IT-Supports" verlangt am Telefon den MFA-Code, um eine "Sicherheitswarnung" zu verifizieren.
  • Ein als Lieferant getarnter Angreifer bittet die Kreditorenbuchhaltung um Aktualisierung der Zahlungsdaten.

Verwandte Begriffe