CyberGlossary

Schwachstellen

N-Day-Schwachstelle

Auch bekannt als: Bekannte Schwachstelle

Definition

Eine öffentlich offengelegte Schwachstelle, für die bereits ein Patch existiert, die aber auf nicht aktualisierten Systemen weiter ausnutzbar bleibt.

N-Day bezeichnet die Anzahl der Tage seit Offenlegung bzw. Verfügbarkeit eines Patches. Obwohl ein Fix existiert, gibt es weltweit viele ungepatchte Assets – langsame Change-Fenster, End-of-Life-Software, eingebettete Geräte, Schatten-IT – sodass lange Expositionsstränge entstehen. Angreifer analysieren den Patch durch „Diffing" und entwickeln binnen Stunden oder Tagen funktionierende Exploits; Massen-Ausnutzungskampagnen scannen anschließend das Internet ab. In der Praxis dominieren N-Days die Breach-Statistik deutlich stärker als Zero-Days. Verteidiger setzen auf schnelles Patch-Management, virtuelle Patches, Asset-Inventare, KEV-getriebene Priorisierung und EPSS-basiertes Risiko-Scoring.

Beispiele

  • CVE-2017-0144 (EternalBlue/WannaCry) – Monate nach dem Microsoft-Patch massenhaft ausgenutzt.
  • CVE-2019-19781 (Citrix ADC) – trotz Hersteller-Mitigationen massenhaft ausgenutzt.

Verwandte Begriffe