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Vol. 1 · Ed. 2026
CyberGlossary
Entry № 168

Karten-Skimming

Geprüft vonCybersecurity entrepreneur & security researcher

Was ist Karten-Skimming?

Karten-SkimmingDiebstahl von Zahlungskartendaten am Eingabepunkt, entweder mit verstecktem Hardware-Aufsatz oder boesartigem Skript im Checkout einer Website.


Karten-Skimming umfasst zwei verwandte Angriffsfamilien. Physisches Skimming manipuliert Geldautomaten, Zapfsäulen oder Kassen mit dünnen Aufsätzen oder einem „Shimmer" (einem hauchdünnen Einsatz, der den EMV-Chip ausliest), oft ergänzt durch Mikrokameras oder gefälschte Tastaturfelder zum Abgreifen der PIN; Bluetooth-Skimmer exfiltrieren die Daten inzwischen drahtlos. E-Skimming, popularisiert unter dem Sammelbegriff Magecart, injiziert bösartiges JavaScript in eine anfällige Checkout-Seite — oder in ein von ihr geladenes Drittanbieter-Skript —, um Kartennummer, CVV und Adresse an einen Angreiferserver abzuziehen.

Der meistzitierte Fall ist British Airways: Zwischen dem 21. August und dem 5. September 2018 änderten Angreifer eine JavaScript-Datei auf den Zahlungsseiten und kompromittierten rund 400 000 Kunden. Die britische ICO schlug zunächst eine DSGVO-Rekordstrafe von 183,39 Millionen Pfund vor, reduzierte sie im Oktober 2020 auf 20 Millionen. Im selben Jahr wurde Ticketmaster über das Skript des Drittanbieter-Chatbots Inbenta kompromittiert und der Checkout von Newegg geskimmt — was zeigt, wie Skripte aus der Lieferkette den Wirkungsradius vergrößern.

flowchart LR
  subgraph Physisch
    A[Manipulierter Automat / Zapfsäule / Kasse] --> B[Aufsatz oder Shimmer kopiert Karte]
    B --> C[Mikrokamera erfasst PIN]
  end
  subgraph E-Skimming
    D[Injiziertes / Drittanbieter-JS] --> E[Liest Checkout-Felder]
    E --> F[Exfiltriert zum Angreiferserver]
  end
  C --> G[Kartendaten monetarisiert / verkauft]
  F --> G

Zu den Abwehrmaßnahmen zählen EMV-Chip und tokenisierte Wallets, manipulationssichere Anti-Skimming-Hardware, Subresource Integrity, eine strikte CSP, das Monitoring von Drittanbieter-Skripten sowie die PCI-DSS-v4.0-Kontrollen für Zahlungsseiten — insbesondere Anforderung 6.4.3 (Skript-Verwaltung) und 11.6.1 (Manipulationserkennung), verpflichtend seit dem 31. März 2025.

Beispiele

  1. 01

    Aufsatz an einer Tankstellenzapfsaeule liest den Magnetstreifen, eine Mikrokamera filmt die PIN-Eingabe.

  2. 02

    Magecart-aehnliches Skript in einem Magento-Shop exfiltriert Felder des Checkout-Formulars.

Häufige Fragen

Was ist Karten-Skimming?

Diebstahl von Zahlungskartendaten am Eingabepunkt, entweder mit verstecktem Hardware-Aufsatz oder boesartigem Skript im Checkout einer Website. Es gehört zur Kategorie Angriffe und Bedrohungen der Cybersicherheit.

Was bedeutet Karten-Skimming?

Diebstahl von Zahlungskartendaten am Eingabepunkt, entweder mit verstecktem Hardware-Aufsatz oder boesartigem Skript im Checkout einer Website.

Wie schützt man sich gegen Karten-Skimming?

Schutzmaßnahmen gegen Karten-Skimming kombinieren typischerweise technische Kontrollen und operative Praktiken, wie in der Definition oben beschrieben.

Welche anderen Bezeichnungen gibt es für Karten-Skimming?

Übliche alternative Bezeichnungen: Skimming, Magecart, E-Skimming.

Verwandte Begriffe