CyberGlossary

Anwendungssicherheit

RASP (Runtime Application Self-Protection)

Auch bekannt als: Runtime-Schutz

Definition

Eine in die laufende Anwendung eingebettete Verteidigung, die den Ausführungskontext überwacht und bösartiges Verhalten wie Injection oder unsichere Deserialisierung in Echtzeit blockiert.

RASP instrumentiert die Anwendungslaufzeit – etwa über Java-Agents, .NET-CLR-Hooks oder Node.js-Wrapper – und beobachtet Datenflüsse, Funktionsaufrufe und sicherheitsrelevante APIs. Erkennt es, dass benutzergesteuerter Input eine gefährliche Operation erreicht (SQL-Parser, Deserialisierer, Befehls-Executor), kann es loggen, alarmieren oder die Anfrage blockieren. Anders als eine WAF, die nur Netzwerkverkehr sieht, kennt RASP den vollständigen Anwendungskontext: Benutzer, Session, Codepfad. RASP eignet sich als letzte Verteidigungslinie für besonders schützenswerte Anwendungen, bringt aber Laufzeit-Overhead und Betriebskomplexität mit sich.

Beispiele

  • Ein Contrast-Protect-Agent blockiert einen SQL-Injection-Versuch gegen einen Java-Service in Produktion.
  • Imperva RASP stoppt einen Insecure-Deserialization-Payload auf einer .NET-API.

Verwandte Begriffe