CyberGlossary

Kryptografie

PBKDF2

Auch bekannt als: Password-Based KDF 2, PKCS #5 v2.1

Definition

Passwortbasierte Schlüsselableitungsfunktion gemäß PKCS #5 / RFC 8018, die eine pseudozufällige Funktion mit konfigurierbarer Iterationszahl und Salt iterativ anwendet.

PBKDF2 (Password-Based Key Derivation Function 2) ist in PKCS #5 v2.1 bzw. RFC 8018 definiert und leitet aus einem Passwort einen kryptografischen Schlüssel ab, indem sie eine pseudozufällige Funktion — typischerweise HMAC-SHA-256 oder HMAC-SHA-512 — auf Passwort und Salt über eine konfigurierbare Anzahl von Iterationen anwendet. Die langsame Iterationsschleife und der individuelle Salt verteuern vorgerechnete Tabellen und Brute-Force-Angriffe erheblich. PBKDF2 ist weit verbreitet (WPA2, iOS/macOS, TLS, LUKS, 1Password) und weiterhin FIPS-zugelassen, jedoch nur CPU-hard, weshalb GPU- und ASIC-Angreifer gegenüber speicherharten Funktionen einen großen Vorteil haben. Für neue Systeme werden Argon2id oder scrypt bevorzugt; OWASP empfiehlt 2025 mindestens 600.000 Iterationen von PBKDF2-HMAC-SHA-256.

Beispiele

  • WPA2 leitet den PMK über PBKDF2-HMAC-SHA-1 mit 4096 Iterationen aus SSID und Passphrase ab.
  • 1Password und LastPass nutzten historisch PBKDF2-HMAC-SHA-256, um Vault-Schlüssel aus dem Master-Passwort abzuleiten.

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